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Kriegerdenkmal 2. Weltkrieg

Fritz Silberbauer wurde am 4. April 1883 als Sohn eines Kaufmanns in Leibnitz geboren. Er schloss eine Lehre zum Lithografen ab und arbeitete einige Zeit in diesem Beruf. Von 1910 bis 1914 studierte er in Wien an der Akademie der bildenden Künste und absolvierte die Meisterklasse bei Ferdinand Schmutzer. Er kehrte nach Graz zurück und wurde 1923 Mitbegründer der Grazer Sezession, der u. a. Wilhelm Thöny und Alfred Wickenburg angehörten. Er unterrichtete an der Landeskunstschule und der Kunstgewerbeschule in Graz und lehrte hier auch als Honorardozent an der Technischen Universität. Silberbauer gilt als geistiger und künstlerischer Mittelpunkt der Moderne in der Steiermark. Er starb am 30. Dezember 1974 Graz.

In Bad Radkersburg befinden sich zwei seiner wichtigsten Werke. Im Auftrag der Stadtgemeinde Radkersburg gestaltete Silberbauer von Juni 1927 bis März 1928 das Turmzimmer im ersten Stock des Rathauses mit Monumentalmalereien in der alten Freskotechnik. Die Fresken veranschaulichen in Allegorien und Symbolen die Situation der Leute von Radkersburg in den 1920er Jahren.

Als Silberbauers größte und bedeutendste Arbeit in der Mosaiktechnik gilt das Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Verschleppten des 2. Weltkrieges im ebenerdigen Turmzimmer des Rathauses. Das Kunstwerk entstand, ebenfalls im Auftrag der Stadtgemeinde Radkersburg, in den Jahren 1957/58. Hier entspricht die Mosaiktechnik exakt Silberbauers kantig-brüchiger Formenwelt. Nicht eine einheitliche Bilderzählung, sondern einzelne Symbole, gleichsam Archetypen, machen das Leid, den Schrecken und die Gräuel des Krieges sichtbar. Im Kontext von Idee und Gestaltung ist das Radkersburger Denkmal kein Heldendenkmal, sondern zeigt hart und kompromisslos die Zerstörung und die Verbrechen des Krieges auf. Im Mittelpunkt der Darstellung leuchtet hell ein Feuerball des Krieges, dessen Strahlen eine kniende, trauernde Mutter umgeben und zugleich schützend umschließen. Zwei drohende Arme ragen empor, aus ihnen fließen Kreuze, die die Opfer des Krieges symbolisieren, sie versinken im dunklen Abgrund. Die Schlangen des Bösen streben nach oben, sie erreichen jedoch zwei betende, das Böse abwehrende, Engel nicht, die zwei Ecktürmen gleich mit aufgestellten Flügeln die Mutter behüten. Daneben stirbt ein Krieger, von Kugeln durchsiebt, mit verrenkten Händen und Füßen vor einem in den Himmel ragenden zerstörten Baum, der von einer Wolke begrenzt wird. Der den Krieg beherrschende Tod steigt aus dem Dunkel einer Mauernische empor. Umgeben von Symbolen seiner Macht, weist seine linke Hand nach unten, während die rechte Hand als Sichel dargestellt nach oben zum sogenannten Rufer an der Außenmauer des Stadtturmes zeigt, der mahnend an die Toten des ersten großen Krieges erinnern will. An der linken Seite stellt Silberbauer in expressiver Weise eine Explosion dar. Sie bringt Konfusion hervor und vernichtet jede Ordnung. Fackel, Mauertrümmer, Balkenkreuze und Sichel überragen das Chaos.

LH Josef Krainer und Prof. Fritz Silberbauer im Radkersburger Rathaus, 1954, Foto Bund Radkersburg
LH Josef Krainer und Prof. Fritz Silberbauer im Radkersburger Rathaus, 1954, Foto Bund Radkersburg


Der zweite zentrale Punkt des Denkmals ist die kleine Nische, in der sich das Gedenkbuch mit den Namen der Gefallenen und Verschleppten des 2. Weltkrieges befindet. Darüber wacht der heilige Michael mit einem waagrecht über dem Kopf gehaltenen Flammenschwert, mit dem er Dämonen abwehrt. Doch stärker als der Krieg sind die Sonne und der Lebensbaum, der kraftvoll den Tod überwindet und aus den Trümmern des Krieges zu neuer Blüte emporwächst. Inspiration und Gestaltungskraft Silberbauers werden in der originellen Darstellung des Radkersburger Stadtwappens sichtbar. Von hellem Sonnenlicht umstrahlt, vermittelt es Frieden und glückliche Zeiten.

Literatur:

Wolfgang SILBERBAUER, Fritz Silberbauer (1883-1974). Leben und Werk. Dissertation Graz (1988).

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